Brüdergemeine heuteDie
Herrnhuter Brüdergemeine ist heute mit ca. 800 000 Mitgliedern in
mehr als 30 Ländern der Erde vertreten. In Europa sind das neben
Deutschland (mit 17 Gemeinden) Tschechien, Estland, Großbritannien, die Niederlande, die Schweiz, Dänemark und
Schweden. Wir finden sie in Indien, in Palästina, in mehreren Ländern
Afrikas und Amerikas. Heute leben mindestens 80 Prozent ihrer
Mitglieder in Ländern der "Dritten Welt". Ihre große Ausbreitung hat
sie durch eine rege Missionstätigkeit erfahren. Diese weltweiten
Verbindungen werden intensiv gepflegt. Eine besondere Herausforderung
sind dabei die großen wirtschaftlichen und kulturellen Unterschiede
zwischen den Ländern, in denen unsere Kirche tätig ist.
In
Sachsen gibt es fünf Herrnhuter Gemeinden: In Herrnhut, Niesky,
Kleinwelka (bei Bautzen), Zwickau und Dresden. Neben den Gemeinden
unterhalten die Herrnhuter im Freistaat auch verschiedene diakonische Einrichtungen
wie ein Krankenhaus, Altenheime, Kindergärten und eine Förderschule.
Außerdem gibt es einige Wirtschaftsbetriebe, worunter wohl am
bekanntesten "Abraham Dürninger und Co." ist.
Das Städtchen Herrnhut, zwischen Löbau und Zittau gelegen, ist heute einer der Sitze unserer Kirchenleitung.
Weithin bekannt sind die "Original Herrnhuter Sterne" für die Advents- und Weihnachtszeit, und die täglichen
Herrnhuter Losungen, ein Andachtsbuch, das seit dem Jahr 1732 jährlich eine neue Ausgabe in 40 Sprachen erfährt.
Wir unterscheiden uns in unserem Bekenntnis nicht von den anderen evangelischen Kirchen. Auf Grund ihrer besonderen Entstehungsgeschichte hat unsere Kirche aber eigene gottesdienstliche Formen und Gemeindestrukturen herausgebildet.
"Kein Christentum ohne Gemeinschaft" ist dabei der Grundgedanke. In der
persönlichen Anrede "Schwester" und "Bruder" findet die Gleichheit
aller vor Jesus Christus ihren Ausdruck.
Die Brüdergemeine ist als Kirche demokratisch organisiert.
Die Leitung auf allen Ebenen wird von den Gemeindegliedern gewählt.
Daneben gibt es auch ein eigenes Bischofsamt, das vor allem
seelsorgerliche Aufgaben wahrnimmt.
Der "Gemeinhelfer" (Pfarrer) ist
Seelsorger und Prediger der Gemeinde. Alle Ämter und Dienste in unserer
Kirche können gleichermaßen von Frauen und Männern wahrgenommen werden.
Unsere
Kirche regelt ihre Finanzen selbständig. Die Gemeindeglieder zahlen
ihren festen, am Einkommen orientierten "Gemeinbeitrag". Darüber hinaus
ist unsere Kirche auf Spenden angewiesen.
Die Herrnhuter
Brüdergemeine legt Wert auf gute und ökumenische Beziehungen zu anderen
Kirchen. Dabei hat sich eine besondere Nähe zu anderen evangelischen
Kirchen entwickelt. Deshalb gibt es auch die Möglichkeit der "Doppelmitgliedschaft".