Zu unserer Geschichte

Die Brüdergemeine

Wir sind eine "Freikirche", d.h. eine selbständige evangelische Kirche, die nicht an traditionelle deutsche Landesgrenzen gebunden ist. Die Wiege unserer Kirche ist Herrnhut, ein kleines Städtchen in der sächsischen Oberlausitz. Dort nahm sie im Jahre 1722 ihren Anfang. Zu den Mitbegründern zählt Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf. 

Die Wurzeln gehen jedoch weiter zurück und liegen im benachbarten Tschechien, dem ehemaligen Böhmen. Hier ging aus der Hussitischen Bewegung die "Kirche der Böhmischen Brüder" hervor, deren letzter Bischof Johann Amos Comenius war.
In Dresden gab es schon zu Zeiten Augusts des Starken einen Freundeskreis, der sich um den Grafen Zinzendorf scharte. Um die Wende zum 19. Jahrhundert hat dieser Kreis eine beträchtliche Größe und Bekanntheit erreicht.
Die heutige Gemeinde gründete sich 1904. Seit 1979 hat sie in Dresden-Pieschen ihren eigenen kleinen Kirchsaal.

Zu den Besonderheiten sind auch die historischen Siedlungen zu rechnen, wie beispielsweise Herrnhut und Niesky. Im Zentrum steht der "Kirchensaal", der innen in schlichtem Weiß gehalten ist. Solche Siedlungen sind auch in den USA zu finden, wo sie bereits im 18. Jahrhundert entstanden. Auch der "Gottesacker" (Friedhof) gibt mit seinen einfachen, liegenden Grabsteinen den Gedanken der Gleichheit sichtbar wieder.

 

 

 

Wie es zur Gründung der Brüdergemeine Dresden kam

Die Anfänge unserer Gemeinde gehen direkt auf die persönliche Wirkung Zinzendorfs zurück. Er wurde am 26. Mai 1700 in unserer Stadt geboren. In der Zeit seiner beruflichen Tätigkeit zwischen 1721 und 1728 in Dresden sammelte er einen stattlichen Haus- und Freundeskreis um sich. Dazu hatte er "Aufmunterung an die Kinder Gottes in Dresden, sich untereinander zu bauen und zu ermahnen" verfaßt. Von 1722 lebte er zeitweise hier (zuletzt Am Kohlmarkt, der späteren Körnerstraße, heute vom Hotel Bellevue überbaut) mit seiner Frau Erdmuthe Dorothea, bis beide 1728 endgültig nach Berthelsdorf und Herrnhut übersiedelten. Der Hauskreis wurde weitergeführt und nannte sich später "Sozietät", die erste in der Brüdergemeine überhaupt. Später gab es auch an anderen Orten solche "Sozietäten", deren Mitglieder ihre bisherige kirchliche Zugehörigkeit beibehielten, sich aber als Freunde der Herrnhuter Brüdergemeine und Mission gesondert trafen.

Die Dresdner Sozietät feierte 1821 ihr 100-jähriges Bestehen. In dieser Zeit gehörten ihr über 70 Mitglieder an, und man kam drei Mal wöchentlich zusammen. Die Herrnhuter waren in Dresden durchaus nicht unbekannt, wovon auch an manchen Stellen literarisch Zeugnis gegeben wird. Aus der Sozietät ging wenig später auch der Missionsverein hervor, die spätere Sächsische Missionsgesellschaft. Es waren vornehmlich interne Unstimmigkeiten, die 1852 zu einem vorläufigen Ende der Sozietät geführt haben.

1893 gab es einen Neubeginn, der zunächst von der nächsten Gemeinde Kleinwelka aus betreut wurde. Und 1904 entschloß man sich zur Gründung einer Gemeinde, die zunächst (aus rechtlichen Gründen) den Status einer Filialgemeinde von Kleinwelka hatte. Ein eigener Prediger, Br. Zachert, war bereits im Jahr zuvor nach Dresden berufen worden. Die Sozietät mit eigenem Statut existierte noch eine ganz Zeit lang parallel zur Gemeinde, bis sie darin aufging.